Dieser von ca. 50 Interessierten gut besuchte akademische Abend im Hörsaal 6 der OVGU versammelte, dem Thema angemessen, recht unterschiedliche Personen in einer Diskussionsrunde. Unter der Überschrift „Stellschrauben der Macht“ Optionen für Hochschulen, Kirchen und Medien - kamen nach einem Impuls zum Auftakt von David Begrich (Miteinander e.V.), OVGU-Rektor Prof. Dr. Jens Strakeljan, der Präsident des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Dr. Jan Lemke und Prof.in Dr.in Claudia Nothelle, Professorin für Fernsehjournalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal unter der Moderation von Eva Heidbreder, Politikprofessorin an der OVGU und Co-Vorsitzende des evangelischen Hochschulbeirats, miteinander in eine durchaus auch kontroverse Debatte.
Dabei wurde noch einmal deutlich, dass die jeweiligen Verträge mit diesen drei Institutionen und dem Land recht schnell unter einer AfD-Regierung erst einmal aufgehoben werden könnten. Alle drei Bereiche sind finanziell abhängig von Landesmitteln, das macht sie angreifbar. Auch wenn Jan Lemke dies für die Kirche eher gelassen sah, sind es doch sehr bedrohliche Szenarien. David Begrich wies darauf hin, dass es der AfD um einen grundlegenden Umbau des Landes in eine autoritäre und verfassungsfeindliche Regierungsform geht und sie dabei nicht in Legislaturen, sondern wesentlich langfristiger plant. Auch wenn sie im September noch nicht die absolute Mehrheit bekommen sollte, was ihr Zeit geben würde, sich personell besser aufzustellen, plant sie den Umbau des Staates. Dabei nutzt sie den Unmut über die Unterrepräsentation der Ostdeutschen in den etablierten Leitungspositionen - auch im Podium, das muss selbstkritisch gesagt werden, war David Begrich der einzige Vertreter mit einer ostdeutschen Sozialisierung. Dass der Versuch der Landnahme der AfD mit aller Kraft und von allen demokratisch gesinnten Institutionen und Personen aufgehalten werden muss, wurde deutlich - die Frage, wie das gut gelingen kann, konnte nicht beantwortet werden. Positiv war aber die Erfahrung, dass es gute institutionsübergreifende Netzwerke gibt, die für die gemeinsamen Werte einer liberalen Demokratie kämpfen werden.
